Über meine Arbeit

In meiner Arbeit schöpfe ich aus vier verschiedenen Studiengängen:
Der Bildhauerei, der Psychologie, der analytischen Kunsttherapie
und der Geomantie. Alle vier verbinden sich in mir zu einer
Arbeitsweise, die ich "Räume für Kopf, Herz und
Sinne" nenne. Der Mensch und sein Wohlbefinden stehen dabei
im Mittelpunkt: Wie Formen, Farben und daraus entstehende Atmosphäre
auf ihn wirken, ihn beeinflussen und seine inneren Bedürfnisse
widerspiegeln können.
Es ist mir wichtig, menschliche, lebendige Räume zu schaffen,
die uns als ganzen Menschen ansprechen, uns einladen, uns in
unserer Kreativität unterstützen. Räume, in denen
Skulpturen einen besonderen Höhepunkt schaffen und gleichzeitig
ein Ganzes mit dem Raum selbst bilden. Räume, die selbst
Skulpturen sind - eben Räume für Kopf, Herz und Sinne
Grundgedanken
Menschen reagieren immer auf ihre Umgebung,
z. B. auf ormen, Farben und Licht.
Wenn wir einen Raum zum ersten Mal betreten,
spüren wir oft deutlich, was für eine
Atmosphäre uns entgegen kommt: Wir können
uns angenehm willkommen fühlen, werden
angezogen, sind wach und neugierig,
oder fühlen uns eher abgestoßen, innerlich
fröstelnd oder gelangweilt.
Die geweckte Sympathie oder Antipathie
bewirkt, dass wir uns entweder mehr in einer
Umgebung aufhalten möchten oder sie eher
meiden.
Diesen ersten Eindruck nehmen wir oft
bewusst wahr. Später übt die Umgebung
ihren starken Einfluss auf uns aus, ohne
dass wir ihn ständig bewusst wahrnehmen.
Es ist ähnlich wie mit dem Verkehrslärm:
Wenn wir an einer lauten Straße arbeiten
oder wohnen, hören wir am Anfang jedes
Auto. Nach einiger Zeit hören wir den Lärm
nicht mehr, aber er macht uns nachweisbar trotzdem krank.
Die Umgebung ist nie „neutral“, sie wirkt immer auf uns. Sie kann uns neugierig
machen, unsere Kreativität anregen, unser Wohlbefinden fördern und uns als ganzen
Menschen ansprechen, mit Kopf, Herz und Sinnen.
Sie kann uns auch hemmen in unserer Kreativität
und unserem Wohlbefinden, uns eher abstoßen durch Kühle, Nüchternheit und
Sachlichkeit. Die Umgebung zeigt uns auch, wieviel Wertschätzung
den Tätigkeiten entgegengebracht wird, die in dem Gebäude stattfinden, und
gleichzeitig wieviel Ansehen und Wertschätzung den Personen entgegengebracht werden,
die diese Tätigkeiten ausüben. Eine durch die Umgebung vermittelte Wertschätzung
der Menschen und ihrer Tätigkeiten steigert die Identifikation mit dem Arbeitsinhalt
und dem Arbeitgeber, die Arbeitsmotivation und damit die Arbeitsergebnisse.
Arbeitsweise
Zunächst ist der aufmerksam wahrgenommene erste Eindruck wichtig. Was bringen die
Räume dem Betrachter an Atmosphäre entgegen? Was bewirken diese Dinge in mir? Und
welche Aufgaben sollten die Räume eigentlich erfüllen?
Das Foyer eines Unternehmens, was seine Besucher durch Kühle abschreckt, ist dysfunktional,
ebenso wie ein Konferenzraum, der durch reine Sachlichkeit ermüdet, ein
Seminarraum, der in seiner Lieblosigkeit abstößt oder ein Krankenhauszimmer, das
durch Nüchternheit innerlich frieren lässt.
Welche Aufgabe ein Raum auch immer haben
mag, immer sind es Menschen, die ihn nutzen
und beleben werden; ihre Bedürfnisse
sind von zentraler Bedeutung.
Ich setze mich nun in diesen Raum und
betrachte ihn als Ganzes wie eine Skulptur,
wie ein großes Marmorstück, von dem ich
nichts abtrage, sondern dem ich etwas hinzufüge
und frage mich: Was fehlt diesem
Raum, damit er lebendig und in sich stimmig
wird?
Aus der Bildhauerei schöpfe ich die Erfahrung
von der Kraft der Form, aus der analytischen
Kunsttherapie das Wissen um den symbolischen
Einfluss von Formen, Farben und
Materialien, aus der Psychologie die Bedeutung
grundlegender menschlicher Bedürfnisse
und aus der Geomantie das Erspüren der
Qualität der Atmosphäre.
So entsteht ein Konferenzraum, der Klarheit,
Wachheit und Inspiration fördert, ein Foyer,
das seine Besucher willkommen heißt oder
eine Cafeteria, die Entspannung und Regeneration
unterstützt: Alle diese Räume bringen
dem Betrachter Wertschätzung und eine grundlegende
Wärme entgegen.
Ich arbeite bei meinen Gestaltungen mit Farben,
Formen, Skulpturen, Licht und natürlichen
Materialien, die unsere Sinne und unser
ganzes Sein ansprechen. Menschen haben
ein feines Gespür dafür, ob man ihnen nur
für den optischen Reiz z. B. eine künstliche
Pflanze hinstellt oder ob sie ein lebendiges
Wesen, das atmet und wächst, neben sich
fühlen. Natürliche Materialien geben uns
Kraft; sie schließen uns an unsere Wurzeln
an, an unsere Verbindung zur Natur.
Skulpturen
Skulpturen bilden einen besonderen Höhepunkt
des Raumes. Sie zentrieren ihn und
fokussieren eine bestimmte Thematik im
Raum. Sie sprechen uns – ebenso wie die
Gesamtgestaltung des Raumes – direkt in
unserem Empfinden an, auf allen Ebenen
unseres Menschseins, und eröffnen uns die
Möglichkeit spontaner Berührung und Inspiration.
Die Steine für meine Skulpturen suche ich
selbst in den Steinbrüchen aus. Je nach Thematik
der Skulptur wähle ich einen Stein mit
Farbigkeit und Material, der dieses Thema
unterstreicht und mit ausdrückt.
Meine besondere Zuneigung gilt dabei dem
Marmor, der mit der Transparenz und Farbigkeit
seiner Kristalle vieles von dem in sich
trägt, was mir Anliegen in meiner Arbeit ist.
Im Steinbruch selbst lasse ich mich inspirieren
vom Bild der Skulptur, das ich in mir
trage und dem Charakter und den eigenwilligen
Schönheiten der Steine, die ich vor mir
sehe.
Nach der Auswahl wird der Stein nach
Deutschland transportiert und der Prozess
der respektvollen Annäherung an den eigenwilligen
Charakter des Steins beginnt; eine
Zusammenarbeit zwischen seinen Eigenheiten
und meinen Visionen…
Die Themen meiner Skulpturen berühren
immer wieder Grundfragen unserer Existenz,
loten unsere zutiefst menschlichen Wünsche
und Bedürfnisse aus und lassen die Mehrdimensionalität
unseres Seins durchscheinen.
Die Suche nach dem Erkennen dieser Mehrdimensionalität
in jeder sichtbaren Erscheinungsform
und die tiefe Freude an der ihr
innewohnenden Schönheit sind die inspirierenden
Kräfte in meiner Arbeit.